Grundsätzliches zum Clickertraining
Bevor wir anfangen, mit unseren Hunden neue Trainingsmethoden auszuprobieren, sollten wir uns zunächst einmal ein wenig den
theoretischen Grundlagen zuwenden.
Denn nur, wenn wir diese auch im ganzen verstanden haben, können wir den "Clicker" erfolgreich einsetzen und Fehler
bei der Ausbildung vermeiden. |
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I - Was ist Clickertraining?
Das Clickertraining ist eine Möglichkeit, die verschiedensten Lebewesen (seien es Menschen, Hunde, Pferde, Katzen oder auch
Ziegen) zu trainieren. Dabei verzichtet diese Methode auf jede Form von physischer oder psychischer Gewalt. Das Clicker- Training
basiert zum einen auf der positiven Bestärkung und zum anderen auf der klassischen Konditionierung.
Der "Clicker" ist dabei der konditionierte Bestärker.
II - Was ist positive Bestärkung?
"Eine positive Bestärkung ist all das, was in Verbindung mit einer Handlung dazu beiträgt, die Wahrscheinlichkeit zu
erhöhen, dass eine solche Handlung wiederholt wird."
(aus: Positiv bestärken - sanft erziehen, Karen Pryor, Kosmos Verlag)
Zunächst einmal gibt es zwei Arten der Bestärkung:
1) Negative Bestärkung:
Durch Schläge, Stachelhalsbänder, oder einfach nur mit böser Stimme erreicht man, dass der Hund sein in dem Moment
gezeigtes Verhalten zukünftig vermeiden will.
2) Positive Bestärkung:
Mit Leckerchen, Spielen, oder lobender Stimme erreicht man das Gegenteil: Der Hund verknüpft sein gezeigtes Verhalten mit
einer Belohnung und wird in der Hoffnung auf weiteren "Lohn" dieses Verhalten wiederholen.
Mit der negativen Bestärkung vermindern wir also das Verhalten unserer Tiere, mit der positiven Bestärkung fördern
wir eben genau dieses.
Beispiel: Der Hund zerrt beim Spaziergang an der Leine. Auf einmal hört er für kurze Zeit damit auf und läuft friedlich
neben Herrchen oder Frauchen her. Wenn man ihn jetzt lobt -egal ob mit Leckerchen oder einer anderen positiven Überraschung-
wird der Hund dieses Verhalten immer öfter zeigen.
III - Was kann man zur positiven Bestärkung nutzen?
Zunächst einmal sind auch unsere Hunde Individuen und haben entsprechend auch ihre Eigenheiten und Vorlieben. Aus diesem Grund
funktionieren positive Bestärker bei jedem Hund etwas unterschiedlich. Bei den meisten Hunden kommen folgende Bestärker
aber auf jeden Fall in Betracht:
- Leckerchen
- Spielen
- hohe, lobende Stimme
- Streicheleinheiten
Für das Clickertraining empfiehlt sich das Leckerchen: Futter ist für viele Hunde immer erstrebenswert (insbesondere,
wenn die letzte Mahlzeit schon ein paar Stunden zurückliegt). Ein weiterer Vorteil: Ein Leckerchen ist schnell verfüttert
und das Training kann prompt weitergehen. Beim Spielen besteht die Gefahr, das der Hund den Bezug zur Übung verliert.
IV - Wann bestärken?
Grundsätzlich muss die Bestärkung zeitgleich zum gezeigten Verhalten erfolgen.
Das Timing der Bestärkung ist dabei von besonderer Wichtigkeit.
Beispiel: Wie oben schon beschrieben zieht der Hund an der Leine, hört jedoch für einen Moment damit auf. Als Belohnung
möchten wir ihm ein Leckerchen geben. Nachdem wir dann endlich eines aus unserer Tasche geholt haben und es dem Hund reichen
wollen, hat dieser bereits wieder den Vorwärtsgang eingelegt und hängt in der Leine. Selbstverständlich bekommt er
aber mit, dass wir etwas Leckeres haben und er dreht sich erwartungsvoll um. In diesem Augenblick hat der Hund gelernt:
Ziehen = Leckerchen = Gut!
Wichtig ist, zu verstehen, dass unsere Hunde kein Zeitempfinden haben: Ich kann meinem Hund nicht sagen, dass sein Verhalten vor
fünf Minuten gut oder schlecht war. Wenn ich nach Hause komme und mein Hund liegt schwer erschöpft nach dem Konsum eines
drei-Kilo-Futtersacks mit einem Blähbauch auf dem Boden, dann macht es überhaupt keinen Sinn, das Tier auszuschimpfen, weil
der Bezug zur gezeigten Handlung für den Hund nicht mehr nachvollziehbar ist. Ein Hund kann sein Verhalten nur dann mit einer
Reaktion des Menschen verknüpfen, wenn diese sehr zeitnah geschieht, d.h. maximal drei bis fünf Sekunden später.
Für das erfolgreiche Clickertraining ist die absolut zeitgleiche Bestärkung von elementarer Wichtigkeit.
V - Wie groß soll die Bestärkung sein?
Grundsätzlich sollte die Bestärkung so klein wie möglich ausfallen.
Das hat folgende Vorteile:
- schneller Verzehr des Leckerchen
- geringe Wartezeit
- Öfter die Möglichkeit zu bestärken, ohne das der Hund satt wird
Für besonders schwere Aufgaben, oder einen unerwarten schnellen Fortschritt in einer Übung sollte die Bestärkung
jedoch in Form eines "Jackpots" größer ausfallen:
- besonders großer Durchbruch einer Übung
- unerwartet schneller Fortschritt einer Übung
- Jackpot etwa 5-10 mal so groß wie die übliche Belohnung
- ACHTUNG: Jackpot nicht auf einmal, sondern hintereinander geben
VI - Was sind konditionierte Bestärker?
Oftmals ist es schwierig, den Hund in genau dem Moment zu bestärken, in dem er erwünschtes Verhalten zeigt.
Beispiel: Ich gehe mit meinem Hund durch den Wald und ein Radfahrer kreuzt unseren Weg. In einer Entfernung von 15 Metern setzt
sich mein Hund hin und ich verspüre das Bedürfnis, mein Tier zu loben. Bis ich bei meinem Tier bin, um ihm ein Leckerchen
zu geben, ist die Situation jedoch bereits längst vorbei.
In solchen Situationen helfen konditionierte Bestärker, die es einem ermöglichen, zeitgleich und auf Entfernung perfekt
zu loben.
Konditionierte Bestärker können sein:
- Pfeife
- Quietschtier
- hohe, lobende Stimme
- Glöckchen
- oder eben auch der Clicker
Soweit zu den Grundlagen des Clickertrainings.
Weiter geht es mit dem Konditionieren >>>
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