Der Hund und der Garten

Ein Garten ist etwas schönes – keine Frage, aber ist er zum Hundeglück unbedingt erforderlich?

Unserer Meinung nach muss ein Hundehalter keinen Garten besitzen, um seinen Hund möglichst artgerecht halten zu können. Manchmal wird der Garten auch einfach als Alibi genutzt, um nicht so oft oder so lang mit dem Hund spazieren gehen zu müssen.

Dabei ist es nicht selten so, dass ein gerade in den Garten gesperrter Hund sich auf der Schwelle herumdreht und wartet, dass seine Besitzer mit herauskommen, um ihn zu unterhalten. Viele Hunde beschäftigen sich kaum alleine im Garten.


Aber sind wir mal ehrlich – Wollen Sie wirklich, dass Ihr Hund sich im Garten vergnügt? Möchten Sie, dass er alleine im Garten so richtig Spaß hat? Autos jagt, Briefträger verfolgt die Nachbarn erschreckt, mit den anderen Hunden der Nachbarschaft um die Wette bellt oder einfach nur Ihren Garten innerhalb kürzester Zeit nach seinem Geschmack umgestaltet?

Wenn Sie auch nur zu einem dieser Punkte ein klares „Nein“ sagen, sollten Sie Ihren Hund nur selten und nur für sehr kurze Zeit alleine im Garten lassen. Oft reicht ein einziges Erfolgserlebnis für den Hund schon aus und Sie haben ein Problem, dass sich in Zukunft nicht nur auf den Garten erstreckt.

Von Postboten, Fahrradfahrern und Autos

Ein Fahrradfahrer fährt an Ihrem Grundstück vorbei. Der Hund sieht ihn und die Jagd beginnt. Natürlich hat er Erfolg, denn es wäre ein unglaublicher Zufall, wenn der Radfahrer absteigen und so lange am Zaun stehen bleiben würde, bis Ihr Hund sich beruhigt hat. Nein, die meisten Radfahrer fahren weiter und der Hund hat sie in seinen Augen vertrieben. Die Wahrscheinlichkeit, dass er diesen Spaß demnächst auch bei Spaziergängen nicht missen möchte ist sehr hoch.

Was für Fahrradfahrer gilt, gilt natürlich auch für Briefträger. Jedes Mal, wenn der Hund ihn wild verbellt „flüchtet“ er in den Augen des Hundes und traut sich erst am nächsten Tag wieder zu kommen. Lassen Sie es auch in der Wohnung nicht so weit kommen, dass Ihr Hund diesen Spaß lernt. Vielleicht haben Sie einen Briefträger, der bereit ist, Ihrem Hund zwischendurch ein Leckerchen zu geben, um ihm zu zeigen, dass er a) keine Angst hat und wegläuft und b) ein furchtbar netter Typ ist, der bisweilen kleine Köstlichkeiten verteilt. Möchte Ihr Briefträger den Hund nicht näher kennen lernen, so können Sie selber immer, wenn Sie hören, dass die Post kommt, Ihren Hund rufen und ihm ein paar Leckerchen geben. Hunde, die dieses Ritual von Beginn an kennen, rennen nicht kläffend zur Tür, wenn der Postbote kommt, sondern freuen sich ruhig auf ein Leckerchen.

Genau so können Sie verfahren, wenn Sie mit Ihrem Hund gemeinsam im Garten sind und jemand geht am Zaun vorbei, ein Auto oder ein Fahrradfahrer kommt. Geben Sie Ihrem Hund nicht die Möglichkeit, den Fremden zu verjagen, sondern lenken Sie ihn mit mehreren Leckerchen ab, die Sie so lange geben, bis die „Gefahr“ wieder gebannt ist.

Natürlich kann man den Garten mit Hund ganz toll für gemeinsame Spiele nutzen, die fast nebenbei ganz intensiv die Bindung zwischen Mensch und Hund fördern.
Sie können ein kleines Planschbecken aufbauen, in das Sie dem Hund etwas hineinwerfen, das er Ihnen wiederbringen soll.

Viele Hunde lieben Suchspiele. Verstecken Sie ein paar Spielzeuge oder Leckereien im Garten, die Ihr Hund suchen soll. Sie können auch kleine Fährten legen.

Andere Hundebesitzer kaufen oder basteln sich einen Mini-Agility-Parcours, den Sie dann gemeinsam mit ihrem Hund üben können.

Vorsicht giftig

Damit Sie die Zeit im Garten ganz unbeschwert genießen können sollten Sie darauf achten, dass Sie möglichst wenige giftige Pflanzen dort haben. Nicht immer lässt sich das ganz vermeiden. Versuchen Sie aber möglichst genau herauszufinden, ob und wenn wie giftig eine Pflanze ist, so dass Sie sofort reagieren können, wenn Ihr Hund gerade eine kosten möchten.

Hier ist eine kleine Liste der Pflanzen, die am häufigsten zu Problemen führen:

  • Zwiebel
    Frißt ein fünf Kilogramm schwerer Hund - etwa ein Malteser - eine Zwiebel durchschnittlicher Größe, setzt eine lebensgefährliche Hämolyse ein. Das heißt, seine roten Blutkörperchen beginnen zu platzen. Ausgelöst wird dieser Prozeß durch Schwefelverbindungen (Disulfide), die verhindern, daß der Blutfarbstoff Hämoglobin Sauerstoff transportiert. Warum Zwiebeln für den menschlichen Organismus nicht letal sind, konnte bisher noch nicht ausreichend erforscht werden. Man nimmt jedoch an, daß schützende Moleküle wie Katalase oder Gluthation dafür verantwortlich sind.
     
  • Knoblauch
    Giftige bis stark giftige Kulturpflanze. Knoblauch-Zwiebel ist für Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Ziervögel und Pferde giftig. Symptome: Erbrechen, Durchfall, Blutharnen, bleiches Aussehen, Gelbsucht. Deshalb nicht geeignet um Zeckenbefall vorzubeugen!
     
  • Avocado
    Während für den Menschen das Fruchtfleisch eine Delikatesse darstellt, ist es für Tiere tödlich, ebenso wie der Fruchtkern. Man sollte den Avocadokern keinesfalls als Sepiaersatz in Vogelkäfige hängen. Das bedeutet für Sittich und Co. den Tod.
     
  • Kakao
    Das Leibgetränk der Aztekenherrscher enthält Theobromin, ein Alkaloid, das mit dem Koffein verwandt ist. Wie beim Menschen wirkt der Stoff aufputschend. Allerdings können Hunde Theobromin weit langsamer abbauen als Menschen. Herzversagen ist die Folge. Eine Tafel Vollmilchschokolade kann einen Pekinesen töten und eine Tafel Edelbitter bereitet auch mittelgroßen Hunden den Garaus.
     
  • Eiben
    Während das rote Fruchtfleisch harmlos ist, wirken die schwarzen Kerne in zerkautem Zustand giftig. Werden sie komplett geschluckt, passieren sie den Darm ohne Wirkung. Hingegen erzeugen die bitteren Eibenblätter eine garantiert toxische Wirkung. Im Mittelalter war es Usus, Pfeilspitzen mit Eibensaft zu vergiften.
     
  • Lebensbaum (Thuja, häufig als Zierbaum)
    Giftig sind die Blätter, die entzündungsfördernde Stoffe enthalten.
    Magen-, Darmreizungen sind die ersten Zeichen. In schweren Fällen treten Leber- und Nierenschäden auf. Welpen könnten durchaus gefährdet sein.
     
  • Holunderholz
    Wer seinem Hund ein Stäbchen aus Holunderholz zuwirft, spielt russisches Roulette. Denn das Holz enthält ein giftiges Blausäureglykosid.
     
  • Narzissenzwiebel, Amaryllis
    Eine Narzissenzwiebel von nur 15 Gramm kann einen Hund töten. Lycorin, ein Alkaloid der Amaryllis, führt in geringen Dosen zu Erbrechen und Durchfall, in höheren zu Lähmung und Kreislaufversagen.
     
  • Fingerhut, Maiglöckchen
    Wildtiere meiden diese Pflanzen instinktiv. Domestizierten Tieren fehlt dieser Warnmechanismus oft, was zu Todesfällen führt. Denn im Fingerhut findet sich das hochwirksame Herzgift Digitalis. Maiglöckchen beinhalten gleich einen Toxincocktail von über 30 Glykosiden.
     
  • Efeu, Eppig, Grabefeu, Wintergrün
    Giftige Wild-, Garten- und Zimmerpflanze. Blätter, Beeren, Fruchtfleisch, Stengel und Pflanzensaft sind für Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Pferde und Ziervögel giftig. Symptome: Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Krämpfe, Lähmungen, Erregung.
     
  • Engelstrompete, Trompetenbaum, Daturabäumchen
    Sehr stark giftige Gartenpflanze. Ganze Pflanze ist für Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Pferde giftig. Symptome: Erbrechen, Durchfall, Erweiterung der Augenpupille, Herzrhythmusstörungen, trockene Schleimhaut, Erregung, Depression, Schluckbeschwerden.
     
  • Buschwindröschen, Anemone, Augenwurz, Luck, Lickt, Waldröschen, Waldanemone
    Giftige Wildpflanze. Vorkommen in Laubwäldern, Gebüschen und Wiesen. Höchster Giftgehalt zur Blütezeit. Pferde, Hunde, Katzen und Kleinsäuger sind betroffen. Symptome: Speicheln, Erbrechen, Durchfall, blutiger Urin, bei hohen Dosen Tod durch Atemlähmung oder Kreislaufkollaps.
     
  • Blauer Eisenhut, Fuchswurz, Giftkraut, Mönchskappe, Sturmhut, Tübeli
    Sehr stark giftige Wild- und Gartenpflanze. Vorkommen auf feuchten Plätzen und in Gärten. Ganze Pflanze ist für Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Pferde giftig. Symptome: Erbrechen, Durchfall, Speicheln, Kolik, übermässige Harnausscheidung, Herzrhythmusstörungen, Unterkühlung.
     
  • Philodendron, Monstera
    Sie beinhalten sowohl Glykoside, Alkaloide als auch Saponine und werden im Dschungel zur Gewinnung von Giften verwendet. Selbst abfließendes Gießwasser enthält noch genug toxische Stoffe, um bei Katzen Erbrechen zu bewirken.
     
  • Dieffenbachia
    Diese Pflanzen enthalten sogenannte Schießzellen, in denen ein Viertel Millimeter lange Nadeln gebündelt sind. Kaut ein Tier an den mit Schießzellen gefüllten Blättern, werden die Nadeln in die Schleimhäute von Mund und Rachen geschleudert. Die Blätter bleiben förmlich im Hals stecken. Im 17. Jahrhundert hieß die Dieffenbachia deshalb auch "Schweigrohr", da Sklaven auf den westindischen Inseln, die Lärm gemacht hatten, gezwungen worden waren, ihre Blätter zu kauen.
     
  • Kartoffel, Erdapfel, Grumbeere
    Stark giftige Kulturpflanze. Beeren, Keimlinge, grüne Kartoffeln und oberirdische Teile sind für Hunde, Katzen, Kleinsäuger, Ziervögel und Pferde giftig. Symptome: Magen- und Darmentzündung, schwacher Puls.
     
  • Gartenbohne
    Stark giftige Kulturpflanze. Rohe Bohnen sind für Hunde, Katzen, Kleinsäuger und Pferde giftig. Symptome: Fressunlust bis Futterverweigerung, Durchfall, Magen- und Darmentzündung, Krämpfe.
     
  • Ackerbohne, Puffbohne, Saubohne, Pferdebohne, Dicke Bohne
    Stark giftige Kulturpflanze. Bohnen, Samen und Pollen für Hunde, Katzen, Kleinsäuger und v.a. Pferde giftig. Symptome: Erbrechen, Durchfall, Appetitlosigkeit, Kolik, verminderte Urinausscheidung, Fieber, bleiches Aussehen, ev. Gelbsucht, Milz- und Leberschwellung.

Liste entnommen aus:
http://www.tierschutz.ch/gift/Vergiftungsursachen/Giftpflanzen
http://www.tierhilfswerk.at/giftpflanzen.htm


 

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