Sitz

"Sitz" ist nach dem Kommen das wichtigste Kommando. Stellen Sie sich vor, Sie gehen mit dem Hund im Wald spazieren. Auf einmal kommt eine Horde wilder Mountainbiker um die Kurve geschossen. Würden Sie den Hund rufen, würde er vielleicht unter die Räder kommen. Rufen Sie ihn nicht, springt er garantiert in dem Moment mitten auf den Weg, wenn es am gefährlichsten ist.

Viel günstiger wäre es doch, wenn Sie dem Hund einfach "Sitz" zurufen könnten und er würde sich an Ort und Stelle hinsetzen und erst wieder aufstehen, wenn Sie ihm ein Auflösungskommando geben. 

Wie baue ich das Sitz auf? 

Leckerli bieten zu Anfang eine gute Unterstützung. Halten Sie Ihrem Hund einen Belohnungshappen über den Kopf. Bringen Sie diesen über den Kopf des Hundes hinweg auf das Hinterteil des Hundes zu aus seiner Sichtweite. Dadurch, dass der Hund dem interessanten Leckerli folgen will, setzt er sich in vielen Fällen tatsächlich hin. Dann wird er gelobt und bekommt sein Leckerli.

Es geht auch anders:

Erfahrungsgemäß lernen Hunde jedoch oft leichter sich wirklich schnell hinzusetzen, wenn Sie das „Sitz“ aus einem Spiel heraus üben.

Spielen Sie zunächst mit Ihrem Hund.

In einem Moment, in dem der Hund das Spielzeug haben möchte, es aber nicht berührt, ziehen Sie plötzlich Ihre Hand mit dem Spielzeug hoch. Dabei sollte sich der Hund vor Ihnen befinden und Ihre Hand sollte sich zuerst ein Stück auf Ihren Körper zu und dann in einem leichten Bogen ca. einen halben Meter über den Kopf des Hundes bewegen. Sehr viele Hunde versuchen dann dem Spielzeug hinterher zu kommen und setzen sich. Sollte der Hund versuchen zu springen, müsste der Abstand zwischen Ihnen und dem Hund noch etwas verkleinert werden.

Zunächst benutzen Sie kein Kommando.

Es ist wichtig, dass Sie zuerst in dieser Situation spielerisch austesten, wie Sie den Hund am besten ins "Sitz" bekommen.

Wenn Sie den Hund zu 100 % auf diese Art ins Sitz bekommen, beginnen Sie, in dem Moment, in dem Sie die Bewegung mit der Hand machen, das Kommando "Sitz" zu sagen. Es ist also wichtig, dass Sie zuerst in dieser Situation spielerisch austesten, wie Sie den Hund am besten ins "Sitz" bekommen.

Sitzt der Hund dann, zählen Sie im Kopf bis eins und geben dann das Auflösungskommando. Gleichzeitig damit beginnen Sie zu spielen, was das Zeug hält!

Erst wenn dieser Schritt perfekt  funktioniert, verlängern Sie die Zeit, die der Hund sitzen muss, ehe Sie ihn aufstehen lassen. Zählen Sie im Kopf bis zwei, drei,... .

Das Auflösungskommando

Hier wird das Auflösungskommando ganz besonders wichtig. Ihr Befehl soll ja auch in Zukunft so lange gelten, bis Sie Ihrem Hund entweder ein neues Kommando geben oder das zuvor gesagte aufgehoben wird. 

Warum so streng?  Nun, denken Sie an die Situation im Wald. Würde der Hund von sich aus bestimmen, wann er aufstehen darf, wäre das Kommando für Sie wertlos. Er könnte trotzdem angefahren werden. 

Es ist vollkommen egal, was Sie als Auflösungskommando nehmen. Wie bei allen Befehlen, sollten Sie darauf achten, dass es keinem anderen Kommando zu ähnlich ist. Wir benutzen "OK", andere sagen „Lauf“ oder „Fertig“.  

Wichtig ist auch, dass Sie dieses Kommando sehr emotional aussprechen. Es soll den Hund ja geradezu auffordern, weiterzuspielen. 

Was tun, wenn der Hund aufsteht?

Je länger Sie zählen, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund irgendwann einmal aufsteht. Sollte das passieren, atmen Sie einmal tief ein (ruhig, nicht genervt!) und sagen relativ emotionslos (!) "Nein" . Dann gehen Sie an die Stelle, an der der Hund sitzen sollte, rufen ihn zu sich und geben ihm dort wieder das Kommando "Sitz". Steht er mehrmals hintereinander auf. Schrauben Sie die Zeit einmal runter bis er die Übung erfolgreich schafft und hören dann auf zu üben. Vielleicht ist er zu unkonzentriert oder schon müde.
 
Bitte niemals das Spielen vergessen! Unterordnung ist Spielen mit Regeln! 

Sitz auf Entfernung

Kann der Hund schon ca. fünf Sekunden lang sitzen, sollte man beginnen, das Kommando auch auf Entfernung zu geben. Er soll das Gehorchen ja nicht von Ihrem Standort abhängig machen. Entfernung ist dabei zunächst nur ein Meter. Bisher war er ja immer unmittelbar vor uns. 
Vielen Hunden hilft es nun enorm, wenn man das Spielzeug nicht nur auf Kopfhöhe des Hundes hält sondern den Arm einfach gerade über den eigenen Kopf hochstreckt. Sie werden es bestimmt selber bemerken: Je weiter der Hund weg ist, desto höher sollte man den Arm nehmen. 
Erst wenn die Übung auf einen Meter Entfernung sicher funktioniert, kann man die Distanz langsam vergrößern.

Was ist mit "Sitz und Bleib"?

Wenn Sie das nun fragen, lautet die Gegenfrage: Gibt es ein anderes Sitz? Wenn Sie "Sitz" sagen, muss der Hund solange sitzen, bis Sie das Kommando auflösen oder ein neues geben! "Bleib" ist nicht erforderlich.

Sie können aber etwas tun, um das Sitz zu festigen:

Nachdem Sie das Kommando gegeben haben, bewegen Sie sich langsam von Hund weg, gehen wieder auf ihn zu und wieder weg und geben irgendwann unerwartet das Auflösungskommando. So erreichen Sie, dass er sicherer sitzt und aufmerksamer ist, während er das tut.
Wenn Sie fortgeschritten sind, können Sie auch weglaufen, den Hampelmann machen, einen Ball kugeln und um den Hund herum gehen.

 

 

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